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Väter hinter Gitter

 

Viele Gefangene haben Kinder und kennen deshalb die Sorgen und Nöte die damit verbunden sind.

Bereits direkt nach der Inhaftierung beginnen die Sorgen, man muss sich mit vielen Fragen beschäftigen, als erstes stellt sich meistens die Frage ob man seinem Kind sagen sollte wo man ist, hier ist es meine Überzeugung das man von Beginn an ehrlich zu seinem kind oder auch Kindern sein sollte. Denn ich persönlich denke dass es besser für ein Kind ist, wenn es die Wahrheit gleich von Anfang an erfährt und nicht später erst erfahren muss. Oder von anderen, das es von seinem Vater angelogen wurde!

Die zweite Frage die man sich stellen muss, ist sollte ein Kind zu Besuch in die Anstalt kommen, dies ist natürlich eine äußerst schwierige Frage, aber ich denke man sollte versuchen den Kontakt soweit wie möglich zu erhalten und dazu gehört natürlich auch der persönliche Kontakt, je nach alter des Kindes.

Glücklich können sich hier all diejenigen Schätzen die sich in einer funktionierenden Partnerschaft befinden und sich somit auf die Unterstützung der Partnerin verlassen können, die das Kind dann auch auf den Besuch vorbereiten kann. Schwierig wird es jedoch wenn man von der Kindesmutter getrennt lebt, vor allem dann wenn man nicht verheiratet war. Ist die Kindesmutter dann noch gegen den Kontakt wird das unterfangen Kontakt zu seinem Kind zu halten, zu einem Kampf gegen Windmühlen. Selbst mit Unterstützung vom Jugendamt, bleibt letztlich meist nur der Weg zum Familiengericht. Doch selbst dann hat man keine Garantie, dass ein Kontakt tatsächlich zu Stande kommt. Häufig ist es sogar so, das die Kindesmutter dann komplett den Kontakt blockiert. Theoretisch hätte man dann zwar die Möglichkeit, erneut zu klagen, was zur folge hätte, das die Ex- Partnerin ein Zwangsgeld bezahlen müsste.

Also ändert dies meist auch nichts und das Geld würde dann auch indirekt dem Kind wieder fehlen. Zudem möchte man sicher vor seinem Sprössling nicht als derjenige da stehen, der die Mama vor Gericht gebracht hat bzw. sie verklagt hat.

 

Letzt endlich bleibt einem nur der Versuch, es mit viel Geduld und Diplomatie zu probieren um so eventuell zumindest telefonisch Kontakt halten zu können. Außerdem sollte man auch nicht einfach aufgeben. Viele geben einem ja den Rat den Kontakt während der Haft abzubrechen und erst danach wieder aufzunehmen, sicher wäre dies der Einfachste Weg. Doch gerade deshalb sitzen viele doch hier in der JVA ein. Weil sie den einfachsten Weg gewählt haben. Vor allem hat man ja nicht nur das Recht Kontakt mit seinem Kind zu haben, sondern auch die Pflicht, dies ist im BGB § 1684 so fest geschrieben, zusätzlich hat natürlich auch das Kind ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen.

Auch sollte einem durchaus auch bewusst sein, das man als Vater zu einem großen Teil bereits durch die Tatsache Versagt hat, das man Straffällig geworden ist. Was jedoch keine Rechtfertigung dafür sein sollte, sich nun vor seinen Pflichten als Vater zu drücken, vielmehr sollte gerade deshalb der Kontakt gepflegt werden, zumindest wenn man sich selbst als Vater bezeichnet. Denn häufig wird ein Vater, heut zu Tage nur noch als Erzeuger bezeichnet, was ich jedoch nicht nur diskriminierend, sondern, auch in höchstem maße menschenverachtend finde.

So würde ja auch niemand eine Mutter, Erzeugerin nennen oder gar ein intaktes Elternpaar als Erzeugergemeinschaft bezeichnen.

 

Genau aus diesem Grunde finde ich es so wichtig, dass die Väterlichen Pflichten, zumindest so weit es möglich ist, wahrgenommen werden. Dies beinhaltet vor allem auch, dass man versuchen sollte, im Rahmen seiner Möglichkeiten Unterhaltszahlungen zu leisten, selbst dann wenn es sich dabei nur um geringe Geldbeträge handelt Den hier geht es vor allem auch um den symbolischen Wert und nicht ausschließlich um den wirtschaftlichen Wert. Zumindest hat man es dann versucht. Natürlich dürfte es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich sein, den vollen Unterhalt zu zahlen.

 

Die Pflichten eines Vaters beinhalten jedoch nicht nur die Zahlung des Unterhaltes, sondern auch den persönlichen Kontakt zum Kind. Hier sollte man wissen dass die Inhaftierung zumindest aus Rechtlicher Sicht kein Grund für ein Kontaktverbot ist. Zu diesem Thema hier einige Informationen.

 

Ist der Umgang wegen Inhaftierung des Berechtigten ein zu schränken?

 

1. Ist der Umgang ganz auszuschließen?

 

Die Haft rechtfertigt an sich keinen Ausschluss, aber Art und Ort der Durchführung des Umgangs müssen dem Kindeswohl entsprechen, BGH Fam RZ 1984, 1084, OLG Köln Kind Prax 1999, 173, OLG Hamm Fam RZ 2003, 951.

 

Wenn ein Kindgerechter Besuch im Gefängnis nicht möglich ist, kommt ein Ausschluss in Betracht, OLG Frankfurt Fam RZ 1995, 1431. Dass das Kind den inhaftierten Elternteil noch nie gesehen hat, steht dem Umgang nicht entgegen, sondern macht ihn umso notwendiger, OLG Hamm RZ 2003,951

 

 

2. Könnte ein Umgang Kindgerecht geregelt werden?

 

a. Wo kann der Umgang stattfinden?

 

Aufzuklären ist, ob in der JVA ein Spielzimmer o.ä. vorhanden ist oder ob ggf. sogar Treffen außerhalb der JVA (z.b. bei einer Kinderschutz - Organisation) möglich sind, OLG Hamm Fam RZ 2003,951.

 

b. Wer ist anwesend?

 

Eine Begleitung und Vorbereitung des Kindes durch eine Vertrauensperson (möglichst durch den anderen Elternteil) ist anzuordnen, OLG Hamm Fam RZ 2003, 951.

 

 

 

c. In welchem Turnus?

Ein 14- tägiger Umgang ist der Sorgeelternteil grds, nicht zuzumuten, Olg Hamm RZ 2003,951.

 

Natürlich ergeben sich hieraus auch wieder viele Fragen wie z.b. was versteht man unter einem Kindgerechtem Besuch, dies kann man denke ich nicht so pauschal beantworten, da es ja auch vom Alter, vom Geschlecht und vom Wesen des Kindes abhängig ist.

 

Ohne hin ist dies ein Thema das viele Fragen aufwirft, aber so gut wie keine Antworten bietet. In den meisten Fällen bleibt man also der Gnade der Kindesmutter ausgeliefert, was bzw. worin sich ein altes Sprichwort oder besser gesagt ein altes Zitat bewahrheitet, das da wäre: Die Hand an der Wiege, ist die Hand, die die Welt regiert.

 

 

 

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